Softwareentwickler Joshua Masur

Softwareentwickler: Joshua Masur

15.02.2022

Damit Sie uns etwas besser kennenlernen, haben wir alle einige (mal mehr, mal weniger angenehme) Fragen beantwortet. Joshua Masur hat im August 2021 als C#-Entwickler bei uns angefangen.

 

Was hast Du vor Deinem Job bei uns gemacht?

 

Nachdem ich mit der Realschule fertig war, habe ich erst mal Fachabitur gemacht, im Eduard-Spranger-Berufskolleg in Hamm - Fachinformatik. Danach hab ich meine Ausbildung als Entwickler angefangen, bei der VirtualOffice GmbH. Die hab ich drei Jahre lang gemacht.

 

Da war ich auch C#-Entwickler und hatte eigentlich schon relativ früh die Verantwortung für zwei interne Programme. Das eine wurde dafür genutzt, um Lizenzen von Programmen zu verwalten, die da erstellt wurden - das andere war ein eigenes Abrechnungsprogramm. Falls mal Manpower gefehlt hat, hab ich auch am Hauptprogramm mitentwickelt, mich aber ansonsten hauptsächlich um die internen Tools gekümmert.

 

Insgesamt habe ich da fünf Jahre gearbeitet und das ist auch eigentlich bisher meine komplette Berufserfahrung.

 

Wie hast Du den Bewerbungsprozess bei FKT42 empfunden?

 

War auf jeden Fall relativ kurz. Ich weiß nicht mehr, wie lange alles genau gedauert hat, aber es ging auf jeden Fall superflott. Ich glaub, ich hab schon direkt am nächsten Tag nach meiner Bewerbung eine Mail mit der Probeaufgabe bekommen. Wenn’s während der Aufgabe irgendwelche Fragen gab, die ich dann per Mail gestellt habe, wurden auch die immer superschnell beantwortet. Teilweise hab ich innerhalb von drei Stunden schon eine Antwort bekommen.

 

Was sind Deine Aufgaben?

 

Ich bin nach wie vor C#-Entwickler und kümmere mich um ein Kundenprojekt. Ich bin jetzt - was ich vorher in meiner Berufserfahrung nicht hatte - auch im Kundenkontakt und befasse mich mit der Projektumsetzung.

 

Der Kunde möchte Balkone bauen und hat das jahrelang scheinbar mit einem Programm gemacht, was schon sehr alt war und dementsprechend irgendwann nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik. Deswegen haben sie auf AutoCAD umgerüstet, dann aber festgestellt, dass AutoCAD viele Schritte, die das alte Programm hatte und die gut auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten waren, nicht hat. Deshalb sind sie auf uns zugekommen und haben gefragt, ob wir was Entsprechendes programmieren können.

 

Im Endeffekt geht es darum, dem Kunden viel Arbeit abzunehmen und die Prozesse so automatisiert zu gestalten wie möglich. Man wählt Bauteile aus und der Balkon wird mit Etageneinstellungen und allem drum und dran komplett automatisch erstellt. Man kann auf einen Button drücken und das Programm plant alles. Dann kann man verschiedene Layouts ausdrucken und direkt an den Bau geben - die können das dann sofort genau so zusammenbauen.

 

Warum bist Du Entwickler geworden?

 

Das ist die klischeehafteste Geschichte überhaupt, die man wahrscheinlich bei jedem Zweiten hört: kleines Kind und Videospiele.

 

Man hat sich nicht wirklich vorstellen können, wie das sein kann, dass sich ein Männeken durch so eine riesige Welt bewegt, nur weil ich auf meinem Gamepad rumdrücke. Damit hat es angefangen, dass man immer weiter nachgeguckt hat, wie das überhaupt möglich ist. Ich fand auch einfach das Thema dahinter interessant, weil das ja ultrakomplex ist, was da alles hinter steckt.

 

Dann haste angefangen ziemlich amateurhaft irgendwelche Sachen zu programmieren und geguckt, ob das irgendwie hinhaut. Dabei haste dann den Spaß an der Sache festgestellt.

 

Ursprünglich wollte ich auch in die Spielentwicklung, aber im Alter von 13 Jahren oder so hat man da noch ganz andere Vorstellungen von. Wenn man erst mal größer geworden ist und sich wirklich auch Gedanken darum macht, wie das auf dem Arbeitsmarkt aussieht und wie die ganze Industrie aufgebaut ist, dann ist das schon echt krass. Für das, was du leistest, wirst du auf jeden Fall nicht gut genug entschädigt und dann dachte ich mir so: Nee. Ich hätte zwar Bock darauf, aber das für den Rest meines Lebens und quasi dauern die Peitsche im Nacken - gar keine Lust drauf.

 

Deswegen war es dann weiterhin die gleiche Branche - also Entwicklung - aber eben in einem anderen Umfeld. 

 

Was gefällt Dir an Deinem Job?

 

Nach wie vor das, was ich schon immer machen wollte. Das ist natürlich kein Spiel, was am Ende rauskommt - aber das Grundsätzliche ist sehr nah dran. Die Logiken, wie sie ineinandergreifen und das ganze Grundgerüst davon aufzubauen sind ähnlich. Das heißt, ich bin eigentlich gar nicht so weit von dem entfernt, was ich ursprünglich machen wollte. Nur das Endresultat ist halt ein anderes.

 

Und das Programmieren an sich finde ich halt interessant. Das ist ein bisschen wie puzzeln oder rätseln: sich schon im Vorhinein Gedanken darum zu machen, ohne komplett zu wissen, wo man hin will, wie das Konstrukt auszusehen hat. Obwohl man sagen könnte, dass man die ganze Zeit dasselbe macht, ist es trotzdem immer wieder was komplett anderes. Ich glaube, der Vergleich ist ungefähr so, als würdest du sagen, das Autorendasein wäre langweilig, weil jemand immer nur Buchstaben schreibt. Aber der macht ja im Endeffekt auch immer was komplett anderes. Ich denke, das Prinzip ist hier so ziemlich das Gleiche.

 

Dein spannendstes Projekt bisher?

 

Ich saß erst an vier Projekten dran. Aber ich glaube, das Spannendste war eins bei meinem vorherigen Arbeitgeber - und zwar deren Hauptprogramm. Das ist ein Programm, was für den Automobilhandel konzipiert ist. Es bewertet Inserate auf Onlinebörsen nach gewissen Logiken und versucht dann, dein Inserat mit dem vorhandenen Markt abzugleichen und dir Handlungsempfehlungen zu geben, was du machen könntest, um dein Auto besser an den Mann zu bringen als die Konkurrenz.

 

Diese ganze Sache, die im Hintergrund läuft, der Marktabgleich und sich Gedanken darum zu machen, was überhaupt die Definition von "besser sein" ist, das fand ich ziemlich interessant. War auch sehr umfassend.

 

Etwas, was Dich besonders herausfordert?

 

Uff. Ich hol kurz meine Liste raus. Ich glaube, es ist mehr die soziale Schiene.

 

Ich hab gar nicht so sehr das Problem, dass ich schnell in Stress gerate, wenn viel ansteht. Natürlich ist dann Druck da, aber es ist jetzt nicht so, dass ich ausraste und nicht mehr weiterkomme, weil ich komplett überfordert bin.

 

Was ich absolut nicht mag, ist, wenn meine Meinung nicht respektiert wird. Meinungen sind zum Großteil immer subjektiv und dann etwas zu sagen wie: "Ich habe recht", wo es eigentlich gar kein richtig oder falsch gibt, so was fordert mich heraus.

 

Und im Job entwickelt sich sowieso immer alles weiter. Du hast immer irgendwas, was du noch nicht kennst und ich glaube, wenn du an so nem Punkt stehst wie ich vor Kurzem: Dass ich gar keine Ahnung von AutoCAD hatte und mich da komplett reinfuchsen muss, das kann auch eine Herausforderung sein.

 

Welche Tools nutzt Du …?

 

Visual Studio: Das, worin ich programmiere.

 

Ansonsten haben wir noch ein Programm, das nennt sich Sourcetree. Das ist im Endeffekt dafür zuständig, meinen Code zu verwalten. Dass wir zum Beispiel parallel an einer Sache arbeiten können, uns dabei aber nicht in die Quere kommen, weil das Tool am Ende dafür zuständig ist, unsere Sachen zusammenzuführen.

 

Das sind eigentlich so ziemlich die, die ich die meiste Zeit nutze. Kommen natürlich noch kleinere Sachen dazu.

 

Wie erklärst Du Deinen Job jemandem, der keine Ahnung vom Programmieren hat?

 

Wenn jemand gar keine Ahnung davon hat, dann geht man gar nicht so sehr darauf ein, was Programmieren an sich überhaupt ist. Sondern eigentlich nur, dass ich dafür zuständig bin, mir die Strukturen und das, was hinter dem liegt, was der User sehen kann, auszudenken und vor allem dafür zu sorgen, dass diese Strukturen kompatibel bleiben. Der Kniff dabei ist, sich Gedanken darüber zu machen, wie du das strukturierst. 

 

Welche Klischees über Entwickler stimmen?

 

Das ist echt schwierig. So lange mache ich das ja noch nicht, deshalb habe ich noch nicht so viele kennengelernt. Aber lustigerweise ist es meiner Erfahrung nach so, dass die Klischees bei den meisten eben nicht stimmen. Deshalb ist es gerade so schwierig, darüber nachzudenken, welche stimmen.

 

Ich glaube, was stimmt, ist, dass die meisten verhältnismäßig introvertiert sind. Ich habe definitiv Ausnahmen kennengelernt, aber das Introvertiertsein ist, glaub ich, so ziemlich das Klischee, das am häufigsten zutrifft, wenn eins zutrifft.

 

*Was hast Du denn festgestellt, das gar nicht stimmt?*

 

Dieses typisch äußerliche Klischee möchte ich zumindest mal erwähnt haben, auch wenn das nicht der Hauptpunkt ist. Gut, ich hab jetzt zwar ne Brille auf, aber darum geht’s hier nicht. 😄

 

Aber dieses "250 Kilo und ich sitze die ganze Zeit nur im Keller und möchte mit der Außenwelt nichts zu tun haben, sondern bin die ganze Zeit nur vor meinem Bildschirm": Das stimmt nicht.

 

Natürlich: Bei den meisten ist "irgendwas vor dem Bildschirm" ein Hobby, weil der Berufswunsch meist aus dem Hobby generiert wurde. Aber die meisten Leute, die ich kennengelernt habe, sind nicht so introvertiert und sehen auch nicht so aus.

 

Wie würdest Du unser Unternehmen beschreiben?

 

Ich kann ja nur den Vergleich zu dem ziehen, was ich vorher gemacht habe. Und da würde ich auf jeden Fall behaupten, dass es hier offener ist. Man war mit mir auch in dem Bewerbungsgespräch direkt viel offener, man war vor allem persönlicher, finde ich. 

 

Wenn ich mich an mein Bewerbungsgespräch erinnere, was ich damals für meine Ausbildung hatte - dass ich nicht im Anzug gekommen bin, war auch alles. Das war zwar sehr professionell, aber auch distanziert. Du hast gerade Dein Abi gemacht und denkst so: Wofür?

 

Hier hatte ich das komplette Gegenteil. Es war viel persönlicher und hier ging’s auch mehr um den Charakter als um diese klischeehaften Fragen wie: "Wo sehen Sie sich in einigen Jahren."

 

Charakterisiere Dich mit drei Worten…

 

*Hier denkt sogar einer unserer wortgewandtesten Entwickler länger nach*

 

Ich glaube: eigensinnig, überzeugt… 

… hätten es nicht zwei sein können?…

… und … rational!

 

Ich mache mir verhältnismäßig viele Gedanken darum, was Fakt ist und was nicht, bevor ich den Mund aufmache. Anstatt einfach irgendwas rauszuhauen, weil mir gerade danach ist. Würde ich zumindest behaupten.

 

Eine Deiner besten Eigenschaften?

 

Wenn du dir ehrlich Gedanken um andere machst und es dir am Herzen liegt… das Gegenteil von egoistisch sein.

 

*Empathie?*

 

Ja, empathisch. Genau das wollte ich sagen.

 

Eine Deiner unangenehmeren Eigenschaften?

 

Ich glaube, die basiert darauf, dass ich mir eben zu viele Gedanken darum mache, was Fakt ist und was nicht - wahrscheinlich viel zu viele. Deswegen neigen Gespräche bei mir oftmals dazu, dass ich anfange, auf Teufel komm raus zu diskutieren. Weil mir immer noch was einfällt, was entweder ein Argument oder ein Gegenargument ist, was vielen Leuten, glaub ich, schnell auf den Sack gehen kann. 😅

 

Was magst Du gar nicht?

 

Überheblichkeit. 

 

Vor allem Überheblichkeit, wenn’s um gesellschaftliche Konstrukte geht. So was wie: Ich bin zwar eigentlich genau so ein Mensch wie Du, aber Du nimmst dir einfach Sachen raus und stellst Dich über mich, obwohl es da gar keinen Grund für gibt.

 

Was machst Du in Deiner Freizeit, außer programmieren?

 

Ich war vor Corona im Fitnessstudio. Hätte das auch gerne noch weitergemacht, aber momentan ist’s echt blöd. Ansonsten bin ich - was auch nem Klischee widerspricht - gerne draußen unterwegs. Vor allem, wenn Freunde mit dabei sind. Ich habe vier Freundeskreise, das heißt, es geht viel Zeit dafür drauf, weil man jeden mal sehen will. Dann biste mal in Dortmund, dann in Düsseldorf und dann fährste wieder hier hin und und da hin. Ich bin verhältnismäßig viel draußen.

 

Lieblings-App? Und warum?

 

Spotify.

 

Weil ich dadurch, dass ich selber auch Gitarre spiele, ziemlich viel mit Musik am Hut habe. Schon immer. Hauptsächlich durch meinen Vater. Ich höre viel Musik, wenn ich programmiere oder was anderes zu Hause mache, wo ich mich drauf konzentrieren muss. Dann hilft es mir immens, Musik laufen zu lassen. Das heißt, Spotify läuft gefühlt nonstop. Weil es da auch alles gibt, was ich höre.

 

Ansonsten benutze ich das Smartphone tatsächlich nicht viel.
 

Lieblings-Website? Und warum?

 

Gleiches Problem wie mit dem Smartphone: Ich bin nicht viel am surfen oder überhaupt viel im Internet.

 

Aber jetzt wird’s nerdy: Es gibt eine deutsche D&D- Website. Dungeons & Dragons. Ich spiele das mit einigen Freunden, vor allem während der Pandemie sehr viel. Diese Seite hält Dich quasi auf dem Laufenden über alle möglichen Systeme. Hauptsächlich Dungeons & Dragons, aber auch immer mal wieder über andere Systeme. Ich glaube, das ist die Seite, auf der ich immer mal wieder bin, um zu gucken, ob es irgendwann Neues gibt.

 

Aber ansonsten: Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und haste nicht gesehen benutz ich gar nicht. Das ist ja, glaub ich, so das, was die meisten Leute benutzen.

 

Was hast Du während des Interviews gedacht?

 

Man denkt, während man redet? 😄